Ambulanz für somatoforme Störungen und chronischen Schmerz
Leitung: Prof. Dr. P. Eichhammer – Prof. Dr. G. Hajak
Neueste Studien belegen, dass bis zu 10,7% der erwachsenen Bevölkerung an somatoformen Störungen, insbesondere an chronischen Schmerzsyndromen leiden. Oftmals wurden diese Patienten jahre- und jahrzehntelang vergeblich mit unterschiedlichsten Methoden therapiert. Daraus entwickelte sich die Erkenntnis, dass nur ein Verbund an biologischen, psychologischen und sozialen Therapiemaßnahmen wirklich Erfolg versprechend ist. Dieses sog. „biopsychosoziale Entstehungs- und Therapiemodell“ chronischer Schmerzen ist längst zu einem wissenschaftlich anerkannten Therapiekonzept in der modernen Schmerztherapie geworden.
Eine entscheidende Bedeutung kommt hierbei der modernen psychiatrischen Diagnostik und Therapie zu:
Mittels modernster Diagnoseverfahren wie Kernspintomographie (cMRT) und Positronen-Emissions-Tomographie (PET) kann chronischer Schmerz sichtbar gemacht werden. Hierbei erkennt man vor allem eine Überaktivierung des so genannten medialen Schmerzsystems, welches für die emotionale Bewertung von Schmerzen zuständig ist. Chronische Schmerzkranke bilden sich daher ihre Schmerzen nicht ein, sondern zeigen vor allem Veränderungen in limbischen Strukturen des Gehirns, die eng in die Gefühlsverarbeitung eingebunden sind. Begleitende Angst- und Depressionszustände bei chronischen Schmerzpatienten sind deshalb nicht zufällig, sondern besitzen eine eindeutige neurobiologische Grundlage.
Moderne Therapieverfahren in der Psychiatrie streben an diese neurobiologischen Veränderungen vorsichtig zu korrigieren. Hierbei kommt bestimmten Techniken eine besondere Bedeutung zu, die es Patienten erlauben, ihren Schmerzen aktiv zu begegnen und diese günstig zu beeinflussen. Beispielgebend ist hier die so genannte (Neuro-)Biofeedback-Therapie genannt, die es den Patienten ermöglicht Einfluß auf den Schmerzprozess selbst oder die durch Schmerz, Angst und Depression beeinträchtigten Körperfunktionen zu nehmen. Unterstützt werden kann diese Technik durch modernste biophysikalische Stimulationsverfahren wie die transkranielle Magnetstimulation (TMS), die es ermöglicht die Erregung des Gehirns mittels Magnetfelder positiv zu beeinflussen.
Fokus der psychiatrischen Schmerztherapie ist es darüber hinaus, letztgenannte Verfahren mit effizienten psychotherapeutischen Methoden zu verbinden, welche in Form von Informationsveranstaltungen / Gruppentherapien für Betroffene und Angehörige, sowie verhaltenstherapeutischen Maßnahmen einschließlich Bewältigungsstrategien und Genußtraining regelmäßig stattfinden.
Das Ziel insgesamt ist die optimale Diagnostik und Therapie von somatoformen Störungen, insbesondere von chronischen Schmerzen auf Grundlage neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse. Dazu steht Ihnen ein Expertenteam aus Ärzten, Psychologen, Sozialarbeiten, Sport- und Bewegungstherapeuten sowie Physiotherapeuten zur Verfügung. Die Schmerzambulanz an der Psychiatrischen Universitätsklinik arbeitet darüber hinaus sehr eng mit der Schmerzambulanz der Klinik für Anästhesiologie der Universität Regensburg zusammen.
Sprechstunde für die Erstvorstellung:
Dienstags zwischen 9 und 12 Uhr (nach telefonischer Terminvereinbarung)
Anmeldung:Tel.: 0941/941-1200 und -1201
Ansprechpartner: Prof. Dr. Peter Eichhammer, Leiter
Dr. Volker Busch
Dr. Petr. Erban
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