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INSTITUT FÜR QUALITÄTSMANAGEMENT DES MAßREGELVOLLZUGS IN BAYERN (IFQM)
Nachdem der zentralen Steuerungsausschuss für den Maßregelvollzug in Bayern (ZeSAM) beschlossen hat, eine zentrale Stelle zur Qualitätssicherung aufzubauen, errichten die Trägern der Bayerischen Maßregelvollzugseinrichtungen zum 01. Januar 2010 das Institut für Qualitätsmanagement des Maßregelvollzugs in Bayern (IFQM). Das IFQM - an der Fachklinik für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie Regensburg angegliedert - ist mit der Planung und Durchführung von qualitätssichernden Maßnahmen innerhalb der Forensischen Kliniken in Bayern beauftragt. Im Fokus steht die Erstellung eines vergleichbaren Standards der Datenerhebung zum Zwecke der Erfassung von Qualitätsmerkmalen (insbesondere der Ergebnisqualität des stationären Aufenthalts im Maßregelvollzug), darüber hinaus schult es die Mitarbeiter der beteiligten Kliniken und ist für eine zentrale Datenauswertung zuständig.
Neben der Effektivität der forensischen Kliniken in Bayern sind insbesondere die Erhöhung der Transparenz forensischer Therapien, aber auch Stärkung der Eigenverantwortlichkeit und Kompetenz aller im forensischen Kontext Arbeitenden wichtige Intentionen des Vorhabens.
1. Methodik:
Die beteiligten Kliniken benennen Katamnesemitarbeiter bzw. -multiplikatoren , die - geschult und unterstützt durch das IFQM - die fortlaufende Datenerhebung in der Klinik koordinieren und die gewonnenen Daten nach eigenen Fragestellungen auswerten und präsentieren.
Zur Anwendung kommen Fragebögen zur Erfassung von Anamnese, stationärem Therapieverlauf, Resozialisierung und poststationärer Entwicklung (Ein-Jahres-Katamnese). Insbesondere die zeitliche Stabilität der Ergebnisse, die mit der katamnestischen Erhebung abgefragt wird, ist von Interesse.
Ein besonderer methodischer Schwerpunkt liegt in der Auswahl der Datenquellen. Die Datensammlung ist breit angelegt, es werden sowohl Angaben aus Akten bzw. von externen Stellen (Bewährungshilfe, etc.) als auch von Probandeninterviews genutzt. Die Erfahrungen, die die Regensburger Katamnesestudie mit dieser Methodik in den vergangenen 10 Jahren gemacht hat, rechtfertigen den hohen Aufwand, der mit einer Direktbefragung verbunden ist. Die Rücklaufquote ist hoch, die Angaben sind differenziert und offenbaren weit mehr, als Fremdquellen dies können. Je stärker die Katamneseerhebung in den Klinikalltag integriert ist, desto positiver fällt ein Kosten-Nutzen-Vergleich aus. An Qualitätsfragen interessierte und engagierte Mitarbeiter und Führungskräfte sowie gute Team-Patienten-Kontakte sind wichtige Bausteine für das Gelingen dieser anspruchsvollen Aufgabe.
2. Probanden
Erhebungszeitpunkt 1 (t0, bei Entlassung):
Grundsätzlich sind alle Patienten, die an einer Therapie im Maßregelvollzug (§§ 63 oder 64 StGB) teilnehmen, eingeschlossen, um den Maßregelvollzug in seiner Gesamtheit zu erfassen.
Ausschlusskriterien:
a) Andere Entlassart als bedingte Entlassung, Entlassung wegen Erreichen der Höchstfrist oder Abbruch der Behandlung wegen Aussichtslosigkeit.
b) Keine Teilnahme am Therapieprogramm (kürzere Aufenthaltsdauer als sechs Wochen)
c) Keine Einwilligung
Erhebungszeitpunkt 2 (tl, ein Jahr nach Entlassung):
In der katamnestischen Erhebung werden zunächst nur die Patienten einbezogen, die auf Bewährung in Freiheit entlassen werden. In einer späteren Projektphase ist geplant, auch die ehemaligen Patienten nach einem geeigneten Zeitraum zu befragen, deren Therapie vorzeitig abgebrochen werden musste und die in aller Regel zunächst in eine JVA entlassen wurden (gilt nur für § 64 StGB-Patienten).
Ausschlusskriterien:
a) Andere Entlassart als bedingte Entlassung/Entlassung wegen Erreichung der Höchstfrist (erste Projektphase)
Andere Entlassart als bedingte Entlassung/Entlassung wegen Erreichen der Höchstfrist oder Abbruch der Behandlung wegen Aussichtslosigkeit (zweite Projektphase)
b) Keine Einwilligung zur katamnestischen Befragung entweder bereits bei t0 oder bei t1.
c) Keine Schweigepflichtentbindung: Bewährungshelfer und/oder Nachsorgetherapeut und/oder Betreuer werden nicht befragt.
d) Entlassung ins Ausland
3. Ausblick:
Die Datenerhebung begann im Juni 2010, ab Juni 2011 werden die katamnestischen Daten erhoben. Im April 2012 ist der erste Abgabetermin mit den Daten der Probanden "Entlassjahr 2010-Katamnese 2011".
4. Beteiligte Kliniken:
Bezirkskrankenhaus Günzburg
Bezirkskrankenhaus Ansbach
Klinikum am Europakanal, Erlangen
Isar-Amper-Klinik, Klinik Taufkirchen (Vils)
Bezirkskrankenhaus Parsberg II
Rupert-Mayer-Klinik für Forensische Psychiatrie (Lohr am Main)
Inn-Salzach Klinik, Gabersee
Bezirksklinikum Maikofen
Bezirksklinikum Bayreuth
Isar-Amper-Klinikum Klinikum München-Ost
Krankenhaus für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychosomatische Medizin Schloss Werneck
Medbo GmbH Bezirksklinikum Regensburg
5. Ansprechpartner IFQM:
Dr. med. Wolfgang Mache, ärztliche Leitung Fachklinik für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie am Bezirksklinikum Regensburg
Dr. phil. Dipl.-Psych. Adelheid Bezzel
Dipl. Soz.-Päd. (FH) Rolf Schlauderer
Dipl.-Inf. (FH) Gerhard Heinz
E-Mail: adelheid.bezzel@medbo.de
rolf.schlauderer@medbo.de
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