Alzheimer-Krankheit
Symptome und Verlauf der Alzheimer-Krankheit
Stellen Sie sich einmal vor Sie selbst bemerken bei sich oder bei jemandem aus Ihrer Familie seit einigen Monaten daß er immer wieder Telefonate vergißt, die er geführt hat. Gelegentlich gibt es schon Streit deshalb, da er behauptet man habe ihm wichtige Dinge nicht mitgeteilt. Bei Familientreffen nimmt er erheblich weniger an Gesprächen aktiv Teil als früher und sitzt eher teilnahmslos unter den Gästen. Auf Ansprache reagiert er immer sehr freundlich, erzählt daß alles gut sei oder klagt über die schon immer vorhandenen Beschwerden, die man ja schon von jeher kennt.
So etwa könnte sich eine Alzheimererkrankung oder eine andere Demenz bei Ihnen selbst, Ihren Freunden oder Angehörigen bereits im Frühstadium bemerkbar machen. Jetzt, im frühen Krankheitsstadium sollte bereits ein Arzt aufgesucht und um Rat befragt werden.
In den meisten Fällen geht die Entwicklung aber zunächst weiter.
Seit einigen Wochen kann er Einkäufe nicht mehr selbstständig machen, weil er nicht mehr weiß, was er für den Haushalt braucht. Zuhause hat er mehrere Male nach dem Kochen den Herd nicht abgestellt. Weil täglich jemand aus der Familie vorbeikommt ist zum Glück ist nichts passiert. Der Umgang mit Geld wird immer schwieriger: häufig deshalb, weil er es nicht mehr zählen kann. Dem alt bekannten Briefträger wollte er neulich 100 Mark von der geringen Rente schenken. Nachher behauptete er, er sei bestohlen worden. Schließlich muß er zunehmend zur körperlichen Hygiene angehalten werden, weil er deren Sinn nicht mehr erkennt oder sie vergißt. Die Einnahme der Medikamente zur Behandlung der Diabeteserkrankung wird völlig unregelmäßig, es kommt sogar zu Verwirrtheitszuständen. Enge Familienangehörige wurden kurzzeitig nicht mehr erkannt. Nun ist Pflegebedürftigkeit entstanden. Der Betroffene selbst wird immer niedergeschlagener, regelrecht depressiv. Die Angehörigen sind verzweifelt und ratlos.
Spätestens nun müssen Sie dringend mit dem Hausarzt über eine Überweisung zum Nervenarzt oder Psychiater, am besten an die nächste Gedächtnisambulanz sprechen.
Denn: Solche Symptome sprechen eindeutig für eine über das normale Altern hinausgehende Befindensstörung und bedürfen dringend einer Abklärung auf das Vorliegen einer Demenz und deren mögliche Ursachen.
Die Alzheimer-Krankheit: eine Neurodegenerative Erkrankung
Vor wenigen Jahren noch gehörten neurodegenerative Erkrankungen zu denjenigen Störungen in der Medzin, die in der Fachwelt und der Öffentlichkeit nur wenig Aufmerksamkeit fanden. Erst durch das in den letzten Jahren stetig wachsende Bewußtsein für die Alzheimer-Krankheit begannen Wissenschaftler sich intensver mit diesen Erkrankungen des Gehirns zu beschäftigen. Das zentrale Kennzeichen aller neurodegenerativen Erkrankungen ist der Untergang von Nervenzellen im Gehirn. Verantwortlich hierfür macht man besonders bei der Alzheimer-Krankheit Ablagerungen die man als Plaques und Neurofibrillen bezeichnet.
Die Plaques bestehen überwiegend aus "beta-Amyloid". Hierbei handelt es sich um ein Eiweißspaltprodukt, das von den Nervenzellen selbst produziert wird. Bei der Alzheimer-Krankheit kommt es fataler Weise quasi zu einer Verklumpung dieser Eiweißkörper– als Folge entstehen Ablagerungen im Gehirn und zwar in Form von Plaques.
Beim zweiten krankhaften Mechanismus, der auch bei anderen Demenzformen beobachtet wird, kommt es zu krankhaften Ablagerungen eine Eiweißkörpers, den man Tau nennt. Tau ist ein wichtiger Bestandteil des Skelets von Nervenzellen. Durch bestimmte Umstände verliert Tau seine Stützfunktion innerhalb der Nervenzelle, verklumpt ebenfalls und wird dann als fadenförmige Ablagerung im Mikroskop sichtbar.
Diese Vorgänge führen zu einem ausgedehnten absterben von Nervenzellen. Damit verbunden ist ein langsam fortschreitender Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit. Bei der Alzheimer-Krankheit ist zu Beginn typischerweise eine Hirnregion betroffen, die wichtige Gedächtnisfunktionen wahrnimmt. Da von den dort vorhandenen Nervenzellen ein ganz spezieller Botenstoff produziert wird (Acetylcholin), versucht man gezielt dessen Konzentration medikamentös zu erhöhen. Bei einem Teil der Patienten dann damit die Gedächtnisleistung verbessert bzw. der Krankheitsverlauf verzögert werden. Substanzen die direkter an den krankhaften Prozessen angreifen sollen sind in der Entwicklung. Eine ursächliche Behandlung ist bisher nicht möglich.
Die weltweite Bedeutung von Demenzerkrankungen
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Demenzkranke weltweit
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Anteil von Demenzkranken in der dritten Welt
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Anteil von Demenzkranken in Deutschland
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1980
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11 Millionen
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5,5 Millionen
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2000
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18 Millionen
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6 Millionen
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0,8 - 1 Million
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2025
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34 Millionen
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24 Millionen
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Wahrscheinlich liegen diese Zahlen in Wirklichkeit noch viel höher. Die soziökonomischen Folgen dieser Entwicklung sind sehr komplex und nur schwer überschaubar. Sich daraus ergebende besondere Herausforderungen bezüglich der Alzheimer-Krankheit und der mit ihr verwandten Erkrankungen sind einerseits deren Früherkennung und die Entwicklung effektiver Behandlungsmöglichkeiten. Andererseits kommt der Unterstützung von Betroffenen und deren Anhörigen in allen Bereichen des Lebens eine zentrale Bedeutung zu.
Welche Einrichtungen können weiterhelfen?
In Deutschland gibt es derzeit mehr als 20 Einrichtungen, die sich als Gedächtnissprechstunden, Memory-Kliniken oder Alzheimer-Zentren bezeichnen. Diese Institutionen versuchen, möglichst frühzeitig eine Demenzerkrankung zu erkennen und zu diagnostizieren. Betroffenen und deren Angehörigen werden nach ausführlicher medizinischer Diagnostik therapeutische Vorschläge gemacht, die auch den jeweiligen Hausärzten bei der weiteren Behandlung der Demenzkranken helfen sollen. Viele Gedächtnissprechstunden arbeiten mit örtlichen Alzheimer Gesellschaften zusammen.
Auch im Bezirksklinikum Regensburg wird eine Gedächtnissprechstunde angeboten. Sie ist Bestandteil der psychiatrischen Ambulanz der Fachklinik für Psychiatrie und Psychotherapie (Anmeldung unter Tel. 0941-941-1200). Weiterführende Behandlungen können im stationären Bereich erfolgen.
Die örtliche Alzheimer Gesellschaft unterhält in Regensburg ein Büro. Sie informiert und berät Interessierte mittels Informationsschriften und Broschüren auf verständliche Weise über die Alzheimer-Krankheit. Sie stützt pflegende Angehörige in einer Selbsthilfegruppe unter der Leitung einer erfahrenen Ärztin und trägt so durch Erfahrungsaustausch zur Bewältigung der mit der Krankheit entstehenden familiären Probleme und zur psychischen Entlastung der Pflegenden bei. Von der Alzheimer Gesellschaft geschulte ehrenamtliche HelferInnen sollen zukünftig die pflegende Angehörigen stundenweise entlasten.
Wer mit dem Problem "Alzheimer" konfrontiert ist, wer Hilfe braucht bei der Betreuung und Pflege von Alzheimer-Patienten, wende sich an:
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Alzheimer Gesellschaft Oberpfalz e.V.
Ziegetsdorferstr. 36, 93051 Regensburg
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