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Mittwoch, 08. September 2010    

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Position:  / Kliniken / Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie / Schlafmedizinisches Zentrum / BayGSM / Schlafmedizin

   
           
 
   
 
   
 
   
 
   
 
   
 
   
 
   
 
   
 
   
 
     
 
     
 
     
 
     
 
     
 
     
 
     
 
     
 
     
 
     
 
     
 
     
 
     
 
     
 
     
 
     
 
     
 
     
 
     
 
     
 
     
 
     
 
     
 
       
 
       
 
       
 
       
 
       
 
     
 
   
 
   
 
   

Schlafmedizin

Die Schlafmedizin ist im Vergleich zu anderen medizinischen Fakultäten eine relativ junge Wissenschaft, die erst in den letzten Jahrzehnten langsam aber stetig an Bedeutung in Medizin und Psychologie gewonnen hat. In Deutschland haben sich etwa in den letzen 15 Jahren immer mehr Ärzte und Psychologen der Schlafmedizin und ihrer Erforschung zugewandt. Aus diesem Engagement von zunächst einzelnen haben sich letztlich die heute bestehenden Schlafzentren und Schlaflabore entwickelt, die den Patienten nun zur Diagnostik, Therapie und Betreuung ihrer Beschwerden oder ihrer schon diagnostizierten Schlafstörungen zur Verfügung stehen.

 

Vor der Ära der Schlafmedizin glaubte man, der Schlaf sei etwas Inaktives, d.h. der Schlafende würde die Nacht quasi ‚im betäubten Zustand’ verbringen. Heute wissen wir, dass sich das Gehirn während des Schlafes in einem aktiven Zustand befindet. Dies wurde klar, als man in der Lage war, Hirnströme (EEG) abzuleiten und kontinuierlich auf einem Papierstreifen aufzuzeichnen. Man erkannte, dass Schlaf für das Gehirn offensichtlich Arbeit bedeutet, da sich viele unterschiedliche Hirnaktivitäten in Form von verschiedenen Hirnstrommustern ableiten ließen. Neben den dann einsetzenden systematischen Forschungsarbeiten haben auch Zufallsentdeckungen geholfen, den Schlaf soweit zu enträtseln, wie wir ihn heute verstehen. Zu diesen Zufällen gehört beispielsweise die Entdeckung der schnellen Augenbewegungen (REM = Rapid Eye Movement), die in einem speziellen Schlafstadium (REM-Schlaf) auftreten, in dem der Mensch besonders viel und intensiv träumt.

 

Neben dem speziellen REM-Schlaf werden in der Schlafmedizin vier weitere Nicht-REM-Schlafstadien (NREM-Schlaf) unterschieden, die je nach dem Muster der Hirnstromkurve dem Leichtschlaf (Schlafstadium 1 und 2) oder dem Tiefschlaf (Schlafstadium 3 und 4) zugeordnet werden, wobei der Tiefschlaf überwiegend der Erholung dient und dafür sorgt, dass wir am nächsten Morgen wieder leistungsfähig sind.

 

Ein normaler Schlaf ist gekennzeichnet durch ein zyklisches Durchlaufen der Schlafstadien, wobei ein Zyklus eine Dauer von etwa 90 Minuten hat. Der Schlafstadienzyklus beginnt mit den Leichtschlafstadien 1 und 2 und führt über die Tiefschlafstadien 3 und 4 wieder in den Leichtschlaf zurück. Meist schließt sich an diesen zyklischen Schlafstadienwechsel eine REM-Schlafphase an. Mehrere solcher Schlafzyklen pro Nacht ergeben das typische Bild einer normalen Schlafarchitektur, die uns einen erholsamen Schlaf beschert.

 

Aber nicht nur die Ableitung der Hirnaktivität hilft uns, den Schlaf und seine Bedeutung zu enträtseln. So wissen wir inzwischen, dass sich Körpertemperatur und bestimmte Hormone ebenfalls in einer ganz bestimmten zyklischen Weise, teils lichtgebunden,  im Laufe eines 24-Stunden-Tages verändern und damit auch steuernd in unseren Schlaf eingreifen.