Auszug aus der Website der Medizinischen Einrichtungen des Bezirks Oberpfalz (Medbo)
Quelle: www.medbo.de/index.php?id=543
Stand: Donnerstag, 09. Februar 2012


Die Therapie

Entsprechend der Diagnose von Schlafstörungen sind folgende therapeutische Maßnahmen zu empfehlen:

 

Intrinsische Schlafstörungen

  • Psychophysiologische Insomnie:Aufklärung über Schlafregulation und möglichen Störungen. Umstellung der Lebensweise (Schlafhygiene). Entspannungstraining. Gruppentherapie der Insomnie. Schlafrestriktion. Medikamentöse Behandlung nur kurzfristig
  • Narkolepsie: Schlafhygiene, Gewichtsreduktion bei Übergewichtigen. Einplanung von 1-2 Schlafperioden. Nikotin- und Alkoholverbot, Medikamentöse Behandlung zusätzlich
  • Schlafapnoe-Syndrom: Schlafhygiene, Gewichtsreduktion, Alkoholverbot, keine sedierenden Medikamente. Nasale kontinuierliche Atemüberdruckbehandlung (nCPAP). Diese Behandlung mit der Atemmaske ist sehr erfolgreich.

 

Extrinsische Schlafstörungen (durch äußere Faktoren erzeugt); Auswahl:

  • Umweltbedingte Schlafstörung: Änderung der auslösenden Faktoren.
  • Alkoholinduzierte Schlafstörung: Entwöhnung. Schlafhygiene

 

Störungen des zirkadianen Schlafrhythmus (Der Zeitpunkt des Schlafens stimmt nicht mit der Nacht bzw. dem biologisch richtigen Zeitpunkt überein); Auswahl:

  • Schlafstörung bei Zeitzonenwechsel (Jet-Lag): Einige Tage vor Abflug Tagesgewohnheiten langsam auf die neue Zeit umstellen. Während des Fluges (Westflug) schlafen, bei Ostflug dagegen möglichst nicht schlafen. Am Zielort sich sofort den dortigen Lebensgewohnheiten voll aussetzen. Viel ins Tageslicht gehen(Lichttherapie. Ev. bei starken Schlafstörungen kurzfristig Hypnotika mit kurzer oder mittellanger Halbwertszeit.
  • Schlafstörungen bei Schichtarbeit: Volle Anpassung an Nachtschicht erfolgt nicht. Zwei Schlafepisoeden am Tag (Morgens - Nachmittags). Möglichst kein Alkohol. Schichtsystem nach der Uhr (Früh-, Spät-, Nachtschicht), kurzrotierend (2-3 Tage pro Schicht). Medikamente nur kurzfristig bei starken Schlafstörungen.
  • Vorverlagertes Schlafphasensyndrom: Mit Hilfe der Lichttherapie Schlafzeit zurückverlagern. Gleichzeitig Umstellung der Tagesstruktur.

 

Aufwachstörungen (nur teilweises Erwachen aus dem Schlaf)

  • Schlaftrunkenheit: Aufklärung, Schlafhygiene
  • Schlafwandeln: Kommt meist bei Kindern vor und legt sich mit dem Älterwerden. Vermeidung gefährlicher Umgebung.
  • Pavor nocturnus: Psychotherapie

 

Störung des Schlaf-Wach-Übergangs (Störungen beim Übergang vom Wach- zum Schlafzustand); Auswahl:

  • Einschlafzuckungen: Nicht indiziert
  • Sprechen im Schlaf: Nicht indiziert

 

REM-Schlaf-assoziierte Parasomnien (Parasomnien, die im REM-Schlaf auftreten; Auswahl):

  • Alpträume: Psychotherapie
  • Schlaflähmung: Nicht indiziert

 

Andere Parasomnien; Auswahl:

  • Bruxismus: Kieferorthopädische Maßnahmen. Ev. Psychotherapie
  • Primäres Schnarchen: Kein Alkohol oder Beruhigungsmittel, Gewichtsreduktion Seitenlage beim Schlafen, Schlafhygiene

 

 


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